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Christopher Weidner

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2 Kommentare

  1. Susanne
    25. Juli 2007 @ 15:09

    Lieber Christopher!
    Der Mars-Neptun zeigt sich diesmal von einer konkreten Seite.
    Die Überschwemung in Südengland ist katastrophal.
    Land und Eigentum werden in Sekundenschnelle Weggespült.
    Es gibt gegen den Neptun kein menscliches Mittel, das die Menschen und ihren Besitz sichert.
    Ich habe selbst einmal ein Hochwasser hier in Sachsen erlebt.
    Da schwammen Einfamilienhäuser auf der Elbe.
    Die Eisenbahnbrücke war kurz davor auseinanderzubrechen und die Grundmauern der Albrechzsburg wurden dermassen aufgeweicht, das es zum Abrutschen der grossen Burg und des mächtigen Domes kam-es war ein Wunder, das doch eine himmlische Notbremse zu Hilfe kam.

    Weitere Bilder des Mars-Neptun heuer
    Partisanenkämpfe-rechtlose Krieger kämpfen um eine Ideologie(wenn Neptun derart gequält wird ,wandelt er sich zum Pluto)
    die Taliban versuchen Unmögliches zu erpressen, um dann zu morden.
    Grüsse aus dem milden und trockenen Meissen
    Susanne

  2. Mars Quadrat Neptun - oder wann man einen Blog nicht einrichten sollte « irene dietrich - federleicht
    9. April 2008 @ 13:35

    [...] An dieser Stelle fällt mir glatt ein, dass Christopher Weidner auf einer meiner bevorzugten Astro-Seiten doch etwas zu der aktuellen Konstellation dieser Woche geschrieben hat, einem Mars-Neptun Quadrat am 25.07.07, gleich um 1 Uhr morgens. http://www.astrophoenix.de/ind.....ue-nichts- [...]

Tue nichts, und nichts bleibt ungetan: Mars und Neptun im Quadrat

Zeitqualität | (2) Kommentare |

abbildungAm 25.07.07 mitten in der Nacht – um 1:08:30 Uhr, wer es genau wissen will – wird es exakt: das Quadrat zwischen dem laufenden Mars im Stier und dem laufenden Neptun im Wassermann. Aber da es sich um eine Konstellation zwischen zwei Planeten handelt, die eine gewisse Zeit der Entfaltung für sich in Anspruch nehmen kann, dürfen wir mit den ersten Vorboten rund eine Woche vorher rechnen und dem Ganzen eine Verweildauer bis eine Woche nach der besagten Exaktheit gönnen. Das heißt: Mars und Neptun kommen sich in die Quere, und das zwischen dem 22.07.07 und dem 28.7.07.

abbildungWas bedeutet dies – “sie kommen sich in die Quere”? Zwei Planeten geraten in ein Quadrat zueinander, das heißt: sie bilden einen 90°-Winkel zueinander. Mir kommt als Alltagsmetapher jedesmal folgende Szene in den Sinn:

Ganz in der Nähe meiner Wohnung in der Nähe des Münchner Gärtnerplatzes kreuzen sich die Fraunhoferstraße und die Klenzestraße. Wenn ich zum Gärtnerplatz will, muss ich ein Stück der Fraunhoferstraße auf der linken Straßenseite folgen in Richtung Isar, um dann nach links in die Klenzestraße einzubiegen. Nun ist dies ein sehr beliebtes und belebtes Viertel und so ist es eigentlich der Regelfall, dass mir beim Einbiegen in die Klenzestraße irgendjemand aus dieser Richtung entgegenkommt. Da das Eck so beschaffen ist, dass wir uns nicht sehen können, kommt es unweigerlich zu einer dieser Situationen, in denen wir in unserer eigentlichen Vorwärtsbewegung irritiert werden, ja sogar gestoppt werden – wir kommen uns massiv in die Quere. Für den Bruchteil eines Augenblicks müssen wir uns arrangieren: wer weicht wem in welche Richtung aus? Das gelingt manchmal mehr oder weniger gut, und nicht selten kommt es zu einem kurzen Moment, in dem beide Parteien ein wenig nach links und rechts tänzeln, weil sie nicht einschätzen können, wer den ersten Zug machen wird und seine Richtung von selbst ändern will. Vielleicht gleiten wir mühelos aneinander vorbei, vielleicht schrecken wir kurz zusammen und verhindern gerade noch, dass wir uns gegenseitig auf die Füße steigen – was auch immer geschieht: es lässt sich nicht vorherbestimmen, hier haben die Gesetze des Chaos das sagen.

So in etwas stelle ich mir ganz grundsätzlich ein Quadrat vor: zwei Planetenprinzipien kommen sich ungewollt in die Quere und stören sich gewissermaßen in ihrem Fluss – wobei stören nicht unbedingt negativ gemeint ist, denn der Störeffekt mag für einen kurzen Augenblick unsere Aufmerksamkeit wecken und wenn wir gerade in Gedanken vor uns hin geeilt sind, sind wir auf einmal hellwach und müssen reagieren. Wir merken, dass wir am Leben sind und dass unsere Aussteuerungsmechanismen an das Leben außerhalb unserer Gedankensphäre noch intakt sind.

Wenn nun Mars und Neptun sich in die Quere kommen – was ist die Botschaft, die wir für uns daraus ableiten?

Überlegen wir: Mars wird seinen Weg mit einer gewissen Zielstrebigkeit gehen, vielleicht weiß er noch nicht wohin er will, dafür will er es aber unbedingt, komme was wolle. Leicht kann man sich ausrechnen, wie dieser Mars auf eine Störung dieser Ausrichtung reagieren wird, nämlich ziemlich ungehalten. Wenn ich es mir aussuchen dürfte: ich würde einem Mars in voller Fahrt mich wirklich nicht in den Weg stellen!

Ganz anders Neptun: vielleicht schlendert er gerade gedankenverloren vor sich hin, ohne ein Ziel im Sinn zu haben, lässt seinen Blick schweifen, ohne wirklich an etwas hängen zu bleiben. Er weiß auch nicht, wohin er des Weges ist, aber das ist ihm ehrlich gesagt auch egal …

Und nun biegen beide zugleich ums Eck – und müssen sich auf einmal gemeinsam koordinieren, werden aus ihrer jeweiligen Trance gerissen und sind gezwungen, sich mit der Gegenwart des anderen auseinanderzusetzen.

Zugegeben: ganz gerecht geht es dabei nicht zu, denn Neptun ist eindeutig der Gewinner dieser Situation. Jeder Unmut, der ihm von Seiten des Mars entgegenspringt, löst sich für ihn sogleich in Gleichgültigkeit auf. Es ist schon schwer, wenn nicht gar unmöglich, einen Neptun wirklich zu irritieren!

Werden wir wieder etwas astrologischer: Setzen wir Mars mit jenen inneren Anteilen in uns gleich, die gerade etwas vorhaben und die sich schon auf den Weg gemacht haben, es zu verwirklichen. Hier packen wir gerade etwas an, haben keine Zeit zu verlieren, sondern erfüllen uns einen Wunsch, eine Absicht, und dazu haben wir jede Menge Kraft und Energie freigesetzt. Nun kommt uns ein anderer innerer Anteil in die Quere, dem nichts an konkreten Zielen liegt, sondern gewohnt ist, alles aus einer so übergeordneten Perspektive zu betrachten, dass es auf gut bayrisch gesagt “wurscht” ist, ob etwas daraus wird oder nicht, wobei “wurscht” meint: egal, gleichgültig – es ist eben gleich gültig, ob ich Erfolg habe oder nicht.

Wie gesagt: unserem Mars ist es alles andere als egal, was mit seinem Projekt ist, aber er muss sich nun mit jener mysteriösen Gestalt abfinden, der sich ihm nun tolldreist in den Weg stellt. Welche Möglichkeiten hat er? Sollte er sich auf seine ureigenen Fähigkeiten besinnen und den anderen erstmal “rund” machen, also sein gesamtes aggressive Potenzial auspacken, um dem anderen ganz unmissverständlich klar zu machen, wo es lang geht? Nun – er kann es probieren. Doch wie viel Erfolg wird ihm bei diesem Gegner beschieden sein?

Stellen wir uns Neptun als Nebel vor und Mars als Schwert. Wie gut können wir mit einem Schwert gegen Nebel ankämpfen? Die Frage beantwortet sich von selbst: der Kampf ist aussichtslos. Wir werden maximal unsere Kräfte erschöpfen – aber den Nebel beherrschen und zwingen, vor uns zu weichen, werden wir nicht. Was können wir dann unserem inneren Mars empfehlen, ei er sich auf diese Begegnung einstellen könnte? Welche Verhaltensmaßnahme ist dann angebracht? Anders gesprochen: wenn Nebel herrscht – wie sollten wir verfahren, welche Chancen haben wir?

Im Grunde gibt es nur eine Möglichkeit: wir müssen warten, bis der Nebel von selbst verschwindet, bis sich der Nebel lichtet und den Weg wieder frei gibt. Genau das ist das Geheimnis des richtigen Umgangs mit Neptun: Nichts tun. es ähnelt dem Prinzip des wu wei in der chinesischen Philosophie.

wu wei … bedeutet wörtlich Nicht-Handeln – aber nicht in dem Sinne, den ganzen Tag wie ein toter Baumstumpf oder ein Felsbrocken dazusitzen, sondern vielmehr jegliches nicht-spontane Handeln zu vermeiden, auf jeden Fall mit vollem Einsatz und geschickt zu agieren, doch stets nur in Übereinstimmung mit der momentanen Notwendigkeit. … Eine Pflanze, die des Sonnenlichts bedarf, neigt sich instinktiv der Sonne zu; das geschieht mühelos, ihre Bewegungen sind sparsam und ohne jede Berechnung, und dennoch erfolgreich.1

abbildungOder um es mit dem Laotse auszudrücken:

Nicht vor die Tür hinaustreten,
um die Welt zu kennen.
Nicht aus dem Fenster schauen,
um das Dao des Himmels zu kennen.

Umso weiter das Hinaustreten,
umso geringer die Kenntnis.

Gerade daher
kennt der Heilige, ohne zu gehen,
benennt, ohne zu sehen,
und vollendet, ohne zu handeln.

Was für eine Herausforderung für den handlungswütigen und aktionsversessenen Mars! Daher wird dieser Zeitraum gerade für ihn zu einer interessanten Geschichte werden: überall dort, wo wir auf ein knallhartes Durchkommen ohne Rücksicht auf Verluste setzen, wo wir glauben, mit einem “Augen zu und durch” kommen wir ans Ziel, wird uns Neptun zu einer Änderung der Perspektive auffordern. Wir werden Momente der Irritation, ja der Orientierungslosigkeit erleben, gerade wenn wir uns eben noch zielsicher und sattelfest auf dem richtigen Kurs wähnten. Doch nach einem kurzen Augenblick des Unwillens, werden wir vielleicht merken, welche Chance sich uns da eröffnet:

Neptun weitet unseren Blick, indem er uns den Drang nimmt, irgendwo ankommen zu müssen, koste es, was es wolle. Auf einmal sehen wir die Landschaft um uns herum mit neune Augen, oder sogar zum ersten Mal. Wir nehmen unsere Ziele eingebettet in einen höheren Kontext wahr – und merken vielleicht, dass das, was wir vorhaben, im Grunde keine Bedeutung hat und wir gerade dabei sind, unsere Energie zu verschleudern, während es viel einfacher wäre, den Dingen ihren Lauf zu lassen, weil sie sich ganz von selbst richten werden – wir müssen ihnen nur die Zeit und den Raum geben, sich ohne unser Zutun zu entfalten. Anstatt an den Grashalmen zu ziehen, um sie zum Wachstum zu zwingen, legen wir uns für einen Augenblick auf den warmen Sommerrasen und lauschen, wie es ganz von alleine wächst.

Manchmal müssen wir nichts tun, um ans Ziel zu kommen, weil es ganz von alleine geschieht – das ist die Botschaft von Mars und Neptun.

Bis zur nächsten Zeitqualität!
Euer Christopher

  1. John Blofeld: Der Taoismus. München 1994. S. 32. []

© 2007 Christopher Weidner @ 18. Juli 2007

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